Neurochirurgie

Die häufigsten Indikationen für Operationen an und um das Nervensystem herum sind therapieresistenter Schmerz in Kombination mit Lähmung oder Lahmheit, Gleichgewichtsstörungen und Erkrankungen des Gehirns mit zentralnervösen Ausfällen.

Rückblickend betrachtet, spiegeln diese Themen auch meinen beruflichen Werdegang wieder.

Meine Begegnungen mit gelähmten Dackeln während des Studiums waren für mich der Hauptgrund, mich auf das Fachgebiet der Neurologie und Neurochirurgie zu spezialisieren. Während der Spezialisierung selbst hat mich dann das Thema Schmerz und Lahmheit im Zusammenhang mit Erkrankungen der hinteren Lendenwirbelsäule, dem sogenannten Cauda-equina Syndrom, in den Bann gezogen. Und später kamen dann im Rahmen einer Weiterbildung in den USA Erkrankungen der Halswirbelsäule, sowie Gleichgewichtsstörungen und Gehirnerkrankungen hinzu.

Dabei hatte ich das grosse Glück, dass mir meine Lehrer nicht nur ihr technisches Wissen zur Durchführung einer Operation, sondern auch zur Indikation vermittelt haben. Dafür bin ich ihnen zutiefst dankbar.

Aufbauend auf diesem Erfahrungsschatz habe ich in Kooperation mit meinen Freunden Frank Steffen und Kaspar Matiasek neue Operationsmethoden im Bereich der Lendenwirbelsäule entwickelt, die es erlauben, Nervenschmerzen direkt an ihrem Entstehungsort nachhaltig positiv durch einen chirurgischen Eingriff zu behandeln. Heute, über 15 Jahre nach der ersten Operation, bin ich immer noch dankbar für und begeistert vom Erfolg der ursprünglichen Idee.

Doch unabhängig von technischen Feinheiten, die heute immer mehr in den Vordergrund einer Diskussion gestellt werden, geht es letztlich darum, ob ein Patient mit den gegebenen Ausfällen in seinem speziellen Lebensumfeld langfristig und nachhaltig von einer Operation profitieren kann oder nicht. Das ist nicht immer leicht zu entscheiden. Doch es gibt einige wichtige Konstanten. Neben einer gelungenen Operation verlangt neurologische Regeneration Zeit, klare Anweisungen zu Medikamentengabe, Wundschutz und Bewegungsmanagement und oft auch eine professionelle physiotherapeutische Betreuung. Und es ist unser erklärtes Ziel, diese Massnahmen für Tier und Mensch so zu bündeln, dass wir uns bei den Kontrolluntersuchungen in die Augen sehen und sagen können – „es hat sich gelohnt“.