Liquorpunktion

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Allgemeines:

Bei dem Liquor cerebrospinalis handelt es sich, wie der deutsche Name Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit schon sagt, um eine Körperflüssigkeit des Gehirns und des Rückenmarks, die in miteinander kommunizierenden Hohlräumen zirkuliert und Gehirn und Rückenmark umspült. Die Hauptfunktion besteht im Schutz des Gehirns und Rückenmarks (bildet eine Art Wasserkissen) aber der Liquor dient unter anderem auch dem Stoffwechsel, als Transportmedium und der Regulation des Gehirndruckes.

 

Wann ist eine Liquorpunktion nötig/sinnvoll:

Zwischen Blut und Liquor findet aufgrund der Blut-Hirn-Schranke nur ein eingeschränkter Austausch statt, sodass Veränderungen im Liquor sich häufig nicht im Blut widerspiegeln. Gerade bei Verdacht auf entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems stellt die Liquorpunktion eine der wichtigsten diagnostischen Maßnahmen dar und liefert somit oft die entscheidenden Hinweise für die entsprechende Therapie. Ebenso unterstützt sie die Diagnosefindung bei degenerativen Erkrankungen, Tumoren und Blutungen im zentralen Nervensystem.

 

Wie wird eine Liquorpunktion durchgeführt:

Die Liquorpunktion muss beim Kleintier immer in Vollnarkose durchgeführt werden. Es gibt zwei mögliche Punktionsstellen, die häufiger angewendete subokzipitale (zwischen Hinterhauptsbein und ersten Halswirbel) und die lumbale Entnahmestelle (im Bereich der hinteren Lendenwirbel).

Da die Punktionsstellen gut gesäubert und desinfiziert werden müssen, muss der Punktionsbereich ausgeschoren werden.


Die beim Menschen häufig beschriebenen, extremen Schmerzen nach der Punktion sehen wir in der Tiermedizin nicht.